Lach- und Sachgeschichten mit den AStA-Referierenden – heute Svea Holst

©Friederike Schulz

von Carolin Grub.

Mit dem Online-gehen unser neuen Website startet auch das Politik-Ressort eine neue Reihe: Lach- und Sachgeschichten mit den AStA-Referierenden.

Wir treffen für Euch die 15 AStA-Referierenden und stellen ihnen Fragen rund um das Thema AStA-Arbeit, Hochschulpolitik und natürlich über ihren ganz normalen Alltag als Studierende an der Universität Rostock.

Den Anfang macht die Kultur-Referentin Svea Holst:

Caro: Hallo Svea, schön, dass es mit dem Interview heute geklappt hat. Stell Dich am besten erst mal kurz vor, damit unsere Leser*innen wissen, wen sie heute kennenlernen dürfen.

Svea: Ich heiße Svea Holst, bin 21 und studiere im 3. Semester Good Governance. Ich bin dafür extra nach Rostock gezogen und komme ursprünglich aus der Nähe von Hamburg, aus einem kleinen Dörfchen namens Stade in Niedersachsen.

Caro: Warum Rostock und nicht Hamburg, da gibt es schließlich auch eine gute Uni?

Svea: Erstens wollte ich deutlich weiter weg als Hamburg. Das ist nur 45 Minuten mit der Bahn entfernt und man war schon so oft da. Da war mir das auch einfach viel zu nah an meinen Eltern dran. Dann habe ich mich tatsächlich dazu entschieden Bachelor of Law zu studieren. Aber das kann man nur an wenigen Unis, unter anderem eben in Rostock.

Caro: Spielte der Aspekt Nähe zum Wasser bzw. Meer eine entscheidende Rolle oder hätten auch andere Unis, die diesen Studiengang anbieten, eine Chance bei Deiner Wahl gehabt?

Svea: Ich wollte schon von der Sache her im Norden bleiben, aber tatsächlich war das Meer jetzt nicht mein Hauptanliegen. Es war viel mehr der Studiengang, der mich nach Rostock gebracht hat.

Caro: Good Governance ist ein Studiengang, mit dem nicht so viele etwas anfangen können. Könntest Du unseren Leser*innen kurz erklären, was die Inhalte Deines Studiums sind?

Svea: Ja, klar. Grundsätzlich ist es Jura, nur dass wir am Ende kein Staatsexamen schreiben, sondern ein ganz normales Bachelor/Master-System haben. Das führt dazu, dass wir ohne Staatsexamen keine Voll-Jurist*innen werden können. Dadurch sind die Jobmöglichkeiten eben anders. Es gibt natürliche viele, die noch ein Staatsexamen hinten dranhängen, um Voll-Jurist*in zu werden. Aber das Studium ist viel breiter gefächert, so haben wir zum Beispiel zu Beginn ein Philosophie- und Soziologie-Modul, aber auch wirtschaftliche und politische Module.

Caro: Klingt nach einem abwechslungsreichen Studium!

Svea: Ja, auf jeden Fall. Es macht auch echt Spaß!

Caro: Das hört man gerne! So und dann bist Du beim AStA gelandet. Wie lange bist Du denn schon dabei?

Svea (lacht): Ich bin seit „jetzt gerade“ erst hier mit dabei. Konkret gesagt, bin ich Ende Oktober dazugekommen und seitdem als Kulturreferentin tätig.

Caro: Du hast es damit schon selbst angesprochen. Du bist beim AStA als Kulturreferentin tätig. Die Bezeichnung Deines Amtes verrät es schon, worum es bei Deiner Arbeit geht. Magst Du dennoch erklären, was so zu Deinen Hauptaufgaben im AStA-Alltag gehört?

Svea: Im Vergleich zu den anderen AStA-Referierenden, bei denen es viel um den direkten Kontakt mit den Studierenden geht, wo wirklich Einzelproblemfälle bearbeitet werden und versucht wird, direkt zu helfen, ist mein Referat viel mehr ein Veranstaltungsreferat. Das heißt, ich überlege mir neue Veranstaltungen oder führe Veranstaltungen, die sich schon in den letzten Jahren etabliert haben, wie die 24h-Vorlesung, die wieder im Mai stattfinden wird und die ich schon fleißig am planen bin, weiter. Dann habe ich mich in den letzten Wochen auch mit der Organisation des Flohmarktes beschäftigt oder des Mensa-Quizes, welches es ja auch schon öfters gab. Generell bin ich für alle Veranstaltungsarten offen und habe auch schon einige Vorschläge für neue Veranstaltungen von Studis in der Uni bekommen, was mich natürlich immer sehr freut. Also immer her damit, wenn es Ideen von Eurer Seite gibt!

Caro: Nehmt den Aufruf auf jeden Fall ernst und wendet Euch an Svea, wenn Euch in dem großen Repertoire an Veranstaltungen bei uns an der Uni noch etwas fehlt.

Gibt es eine bestimmte Richtung oder bestimmte Aspekte, die Dir bei der Kulturplanung besonders am Herzen liegen? Oder sagst Du, Du musst unbedingt für alle etwas anbieten?

Svea: Ich glaube nicht, dass wir für jede*n etwas anbieten können. Aber genau deswegen ist es wichtig, dass Studis auch rückmelden, auf was sie Lust haben und was sie haben wollen. Mit dem Kulturticket wird auf jeden Fall ein breites Angebot geschaffen und da bin ich auch besonders froh drüber, dass meine Vorgänger*innen das eingeführt und etabliert haben. Dadurch kann man Kultur in Rostock direkt erleben und nicht nur im Uni-Kontext, was sehr wichtig ist. Theater, Musicals, etc. auch hier in Rostock erleben zu können, ist natürlich toll. Dadurch werde ich mich jetzt nicht so auf Kultur-/Theaterveranstaltungen spezialisieren, sondern eher auf Veranstaltungen, die in einem anderen Kontext stehen, wie Vorträge, studentische Flohmärkte, vielleicht auch ein weiteres Mensa Quiz, wenn das gut läuft, oder andere Sachen wie ein Poetry-Slam oder ganz normale Dinge, wie Spielabende für Studis, könnte ich mir gut vorstellen. Halt das ergänzen, was es so schon in Rostock gibt.

Caro: Du hast gerade schon das Kulturticket angesprochen, mit dem Studis in Rostock kostenlos z.B. Veranstaltungen des Volkstheaters besuchen können. Kannst Du zu diesem Zeitpunkt schon ein kurzes Resümee geben, wie dieses von den Studierenden angenommen und genutzt wird?

Svea: Es geht immer besser und es könnten noch viel, viel mehr Studis das Kulturticket nutzen. Aber grundsätzlich läuft es gut. Ich finde das Angebot super und bin jedes Mal sehr happy, was alles so angeboten und genutzt werden kann. Im Dezember habe ich zum Beispiel mit meiner Mitarbeiterin das erste Mal den Kultur-Crawl veranstaltet. Wir haben uns mit Studis getroffen, die zum Beispiel keine Freunde haben, die gerne ins Theater gehen, aber selber gerne würden. Dann haben wir uns gedacht, treffen wir uns eben alle und gehen gemeinsam als Gruppe dorthin. Das hat auch super funktioniert und wird auf jeden Fall wiederholt. Also kommt auf jeden Fall vorbei, es war wirklich ein toller Abend!

Caro: Das ist eine coole Sache und ich kann es wirklich nur jedem ans Herz legen. Denn es gibt echt einige da draußen, denen es schwer fällt, Theaterpartner zu finden.

Svea: Ja, genau und wer geht schon gerne alleine ins Theater? Und dadurch lernt man auch immer wieder neue Leute kennen und kann sich nach einer Veranstaltung super über das Stück austauschen.

Caro: Was will man mehr? Aber es gibt dennoch die Gerüchte unter den Studis, dass das Kulturticket für das kommende Semester oder das darauffolgende abgeschafft werden soll, weil es sich einfach nicht rentiert. Gibt es da ein Statement deinerseits?

Svea: Ich kann dazu, ehrlich gesagt, nichts sagen und damit auch das Gerücht widerlegen. Es bleibt erstmal alles beim Alten.

Caro: Super, das hören wir doch gerne. Also Daumen hoch für das Kulturticket!

Dein Referat hier beim AStA ist ja jetzt nicht unbedingt stark politisch, bist Du aber dennoch ein Mensch, der sich politisch engagiert?

Svea: Ich bin ein sehr politischer Mensch! Ich interessiere mich total dafür. Als ich mich für das Amt beworben haben, habe ich tatsächlich überlegt, das Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsreferat zu übernehmen. War aber im Endeffekt der Überzeugung, dass sich bereits gute Leute dafür beworben haben. Dann dachte ich mir, stecke ich eher meine Kraft in den Bereich, wo ich niemanden den Rang ablaufe. Aber ich selber engagiere mich sehr politisch. Ich bin zum Beispiel bei der Law Clinic aktiv, wo wir Geflüchteten mit Rechtsberatung helfen und auch regelmäßig auf die Mahnwachen nach Horst, also ins Erstauflager, gehen. Ja, und dann gehe ich auch regelmäßig und oft auf Demos. Ich engagiere mich, denke ich, schon sehr und bin auch sehr aktiv.

Caro: Meinen Respekt für Deine Arbeit hast Du auf jeden Fall! Du hast eben schon gesagt, dass Du am Anfang mit dem Antidis-Referat geliebäugelt hast. Würdest Du daher auch sagen, ein Jahr Kultur-Referat und danach machst Du was anderes oder könntest Du Dir vorstellen, es länger zu übernehmen, auch wenn Du erst am Anfang Deiner Legislatur stehst?

Svea: Noch bin ich sehr begeistert, motiviert und habe echt Bock! Deswegen kann ich es noch gar nicht ausschließen, es länger zu machen. Ich bin da relativ offen und hätte noch Lust, weitere Sachen zu machen. Es gibt viele spannende Referatstätigkeiten, die ich hier so mitbekomme und die alle super interessant sind. Ich finde es auch richtig toll, was man bei jedem einzelnen so machen kann. Daher schließe ich auch Möglichkeit Eins nicht aus. Aber erstmal sehen, wie es nach meiner ersten Prüfungszeit als AStA-Referentin laufen wird. Ob das dann zeitlich alles so passt, wie man es sich wünscht, das werde ich an den Ergebnissen sehen. (zwinker, zwinker)

Caro: Da kommen wir auch schon zu einem wichtigen Aspekt, wovor viele Studis Angst haben, wenn sie sich in der HoPo engagieren wollen: Schafft man das zeitlich neben dem Studium überhaupt? Kann man beidem gerecht werden? Wie sieht es da bei Dir aus? Ist das schon eine starke Belastung, AStA und Studium unter einen Hut zu bekommen oder hält es sich in Grenzen?

Svea: Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich am Anfang gedacht habe, dass ich weniger Zeit investieren muss… (lacht) Es ist auf jeden Fall mehr Arbeit, als es aussieht und was auch ich vorher vom AStA wahrgenommen habe. Aber es bringt auf jeden Fall super viel Spaß, sonst könnte ich es mir auch nicht vorstellen, das noch einmal zu machen. Bei meinem Referat ist es auch gut, dass ich es mir zeitlich so einteilen kann, wie ich es möchte und wie es mir auch selber passt.

Caro: Der Spaß kompensiert dann also den doch hohen Zeitaufwand und das ist dann auch irgendwo das Wichtigste.

Als Kulturreferentin besucht man bestimmt auch einige kulturelle Veranstaltungen. Welcher kulturelle Typ bist Du da eher — der Theaterbesucher oder der Kinogänger?

Svea: Ich gehe grundsätzlich sehr gerne zu Vorträgen oder Workshops, wenn die an der Uni angeboten werden. Ich besuche auch gerne das Theater, dass passt vor allem sehr gut wegen des Kulturtickets. Aber ich muss auch sagen, dass ich alleine in diesem Jahr, und das ist ja auch noch nicht so alt, schon dreimal im Kino war – begründet daher, dass auch echt gute Filme liefen!

Caro: Hattest Du da einen bestimmten Lieblingsfilm?

Svea: Ich war mit meiner Mitbewohnerin im LiWu und habe „The Farewell“ geguckt, der auch für die Oscars nominiert wurde. Wir haben ihn im Original auf Englisch gesehen und der war echt sehr gut!

Caro: Ich sehe bei Euch im Büro immer total viele politische Zeitschriften und Magazine. Guckst Du da auch mal rein oder sagst Du eher, davon gibt es eh schon genug, da schaue ich lieber im Internet?

Svea: Ja, tatsächlich folge ich auf meinen Social-Media-Kanälen allen möglichen Tageszeitungen, Zeitschriften und Magazinen.

Caro: Auch Podcasts?

Svea: Ja, auf jeden Fall. Ich lese nur noch selten Zeitschriften.

Caro: Also auch mehr der auditive Mensch. Hast Du da auch Lieblingskanäle oder Podcasts?

Svea: Neben den klassischen, die irgendwie jeder hört, wie „Fest & Flauschig“ usw., höre ich auch super gerne „Feuer & Brot“ und den „Lila-Podcast“. Aber eigentlich höre ich vieles quer Beet.

Caro: Also von Comedy bis hin zu ernsten politischen Themen. Zum Studierendenleben gehört laut manchen Vorurteilen auch das regelmäßige feiern gehen. Der Trend geht aber unter den Studis immer mehr zu gemütlichen Spieleabenden mit Freunden. Wie ordnet sich die Kulturreferentin dabei ein?

Svea: Ok, das finde ich super schwierig, denn ich finde beides schon sehr, sehr cool. Ich habe verschiedene Phasen, in denen ich auch auf verschiedene Dinge Lust habe. In den letzten Monaten habe ich eher so gechillt, aber sobald der Sommer wieder losgeht – ich liebe Festivals — werde ich bestimmt wieder viel unterwegs sein. Dann wird auch wieder mehr gefeiert!

Caro: Verständlich, gerade in der Prüfungszeit hat eh niemand so wirklich Lust auf feiern. Aber der Sommer kommt ja zum Glück bald!

Da sind wir auch schon bei unserer letzten Frage, die ich jedem von Euch stellen werde, weil ich es persönlich echt interessant finde: Wir haben Anfang 2020 — bist Du der Typ Mensch, der sich Vorsätze für das kommende Jahr vornimmt, sich Ziele setzt? Wenn ja, welche wären das?

Svea: Grundsätzlich mache ich mir sowas gar nicht. Ich bin auch nicht so der Silvester/ Neujahrstyp – ich habe das auch nicht gefeiert. Aber als Wunsch/Ziel habe ich natürlich, dass das Studium weiter gut läuft, die Prüfungen einigermaßen gut werden und das natürlich die „24h Vorlesung“, in die ich viel Zeit und Energie investiere, ein voller Erfolg wird und viele Leute anspricht. Aber so grundsätzlich für mein Leben – gesünder Essen oder mehr Sport machen – nö, mach ich nicht.

Caro: Was würdest Du Dir vielleicht für Rostock und für die Uni wünschen?

Svea: Ich würde mir wünschen, dass mehr Gebäude barrierefrei sind. Die „Mensa Ulme“ ist derzeit immer noch nicht barrierefrei. Auch wenn es eine Übergangslösung ist, finde ich es sehr, sehr schade! Dann finde ich es auch blöd, dass wir keine „all-gender-toilets“ haben, da das dringend notwendig ist. Ist schon sehr belastend, dass unsere Uni immer noch nicht in der Lage dazu ist, Toiletten bereitzustellen. Es kann nicht so schwierig sein, den Sticker abzumachen und einen neuen draufzukleben. Man muss es nur wollen!

Caro: Das nenne ich auf jeden Fall ein klares Statement zum Ende unseres Interviews! Vielen Dank, liebe Svea, für dieses lockere und vor allem offene Gespräch!

(Interview vom 23.02.2020)

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