von Julian Gülch // Illustration von Lara Kaminski
Die Tage werden länger, die ersten wärmeren Wochen liegen hinter uns und auch die Sonne zeigt sich immer häufiger. Ab Juni geht der Sommer im sonst so kühlen Rostock jetzt richtig los. Leider bringt der Terminkalender der Uni mit sich, dass mit dem Fortschreiten des Sommers auch der Prüfungsstress zunimmt. Gerade in solch anstrengenden Phasen sollte man sich bewusst Pausen nehmen. In diesem Artikel sind einige Vorschläge aufgelistet, die sich besonders gut als Ausgleich in der besten Jahreszeit eignen.
Der Klassiker: Rund um den Hafen
Wer kennt es nicht – das Wetter ist gut und man trifft sich spontan mit Freunden am Hafen. Dass es sich dort gut aushalten lässt, ist vermutlich jedem bekannt. Für viele gehören gesellige Grillabende und soziales Beisammensein mit Freunden am Hafen untrennbar zum Sommer. Vor allem der Bereich um die Headgehalbinsel erfreut sich großer Beliebtheit. Dort gibt es einen öffentlichen Grillplatz, eine neu errichtete Sportanlage sowie eine Bar für Getränke und Kleinigkeiten zum Essen. Darüber hinaus überzeugt die Headgehalbinsel durch ihre zentrale Lage sowie die zahlreichen Sitzgelegenheiten. Als Extra kann man die Sonnenuntergänge von der Kaimauer aus beobachten, dabei spiegelt sich die Sonne in einzigartig-schöner Weise in der Warnow und erzeugt so eine besondere Kulisse. An der Headgehalbinsel ist schlicht für jeden etwas dabei!
Für alle, die es ein wenig entspannter haben möchten, ist das Warnowufer bei Gehlsdorf zu empfehlen. Mit der Fähre ist die andere Seite binnen weniger Minuten von der Anlegestelle Kabutzenhof zu erreichen. Dort angekommen ist zwischen dem Fähranleger und dem Yachthafen reichlich Platz und Wiese vorhanden, um in ruhiger Atmosphäre abzuschalten, ohne jedoch allzu weit abgelegen zu sein. Gerade für ein entspanntes Picknick eignet sich dieser Ort bestens. Zudem wird man mit einer eindrucksvollen Sicht auf den Rostocker Hafen und die Stadtmitte belohnt.
Doch auch abseits der genannten Orte ist der Hafen eigentlich immer eine gute Wahl, um sich spontan zu verabreden, eine Laufeinheit zu absolvieren oder schlicht eine Runde spazieren zu gehen.
Wasser, Wasser und noch mehr Wasser
Wenn man Rostock auf eine Besonderheit reduzieren müsste, wäre dies die vermutlich die maritime Lage unweit der Ostsee. Dort lässt sich an vielen verschiedenen Orten während des Sommers hervorragend in der Ostsee baden. Am bekanntesten und leichtesten zugänglich ist der Strand von Warnemünde; dank der S-Bahn ist man schnell und unkompliziert dort. Für Sportbegeisterte ist der Active Beach auf der Höhe des Hotel Neptun zu empfehlen. Von Beachvolleyball bis hin zu Beach-Basketball wird eine Vielzahl an Sportangeboten geboten. Entsprechend zahlreich ist allerdings auch der BesucherInnenandrang am Warnemünder Strand; gerade am Wochenende und bei besonders gutem Wetter sollte man sich auf viele Strandgänger einstellen. Um dem entgegenzuwirken kann es sich lohnen, früher am Morgen oder erst gegen Abend an den Strand zu fahren. Dazu sollte man unbedingt die Schilder beachten, da manche Strandabschnitte ausschließlich als FKK-Bereich oder als ausgewiesener Hundestrand genutzt werden können.
Deutlich ruhiger geht es am Strandabschnitt „Hohe Düne“ zu. Dort, auf der anderen Seite der Warnow, ist in der Regel deutlich weniger los, da der Strand sich über mehrere Kilometer erstreckt. Mit der Fähre und nach einem kleinen Fußweg gelangt man vom Warnemünder Bahnhof ziemlich unproblematisch an den Strandabschnitt; wer es etwas sportlicher mag, kann auch mit dem Fahrrad von Rostock bis nach Markgrafenheide zu den Strandaufgängen fahren.
Neben der Ostsee verspricht selbstverständlich auch die Warnow Abkühlung. Das Flussbad unweit der Stadtmitte an dem Mühlendamm bietet die Möglichkeit, in der Warnow zu baden, ohne auf die Vorzüge eines „normalen“ Freibades verzichten zu müssen. Das Ambiente ist dabei ein ganz Besonderes, der Mix aus Fluss- und Freibad vor der Kulisse der Altstadt ist in dieser Form einzigartig.
Ebenfalls empfehlenswert ist es, die Warnow flussaufwärts mit dem Kanu zu erkunden. Dabei ist viel Natur zu bestaunen – hinter nahezu jeder Flussbiegung eröffnet sich ein neuer Blick auf die Landschaft. Das Stadtbild tritt dabei zunehmend in den Hintergrund und eine ruhige Flusslandschaft mit viel Schilf und den darin heimischen Tieren bietet willkommene Abwechslung. Kanus können unweit des Flussbads ausgeliehen werden.
Allen, die es lieber sportlich und dynamisch mögen, sei die Wakeboardanlage beim IGA-Park nahegelegt. Dort kann man die eigenen Fähigkeiten ausprobieren oder fortgeschrittene Wakeboarderinnen und Wakeboarder bei ihren beeindruckenden Stunts beobachten. Gerade die Kombination aus spektakulären Sprüngen, die an Skateparks erinnern, und einem Board, das viele eher mit dem Wintersport verbinden, macht diese vergleichsweise eher unbekannte Sportart besonders sehenswert.
Ab ins Grüne
Einige Parks und Grünanlagen in Rostock sind gerade auch an Sommertagen eine gute Möglichkeit, sich in einer schattigen und ruhigen Atmosphäre zu erholen.
Die weitläufigen Barnstorfer Anlagen bieten viele ruhige Ecken und viel Platz für Aktivitäten. So kann man dort Disc Golf spielen, eine Fusion aus Golf und Frisbee. Dabei kann man sein Können unter Beweis stellen, indem man versucht, von einem vorgegebenen Standpunkt aus per Frisbee in das Ziel – eine Art vertikaler Korb – zu treffen. Für Spikeball sind die Barnstorfer Anlagen ebenfalls sehr zu empfehlen.
Der Botanische Garten der Uni dürfte den meisten bekannt sein und ist mit seiner ganzen Vielfalt an eindrucksvollen Pflanzen ohnehin immer ein Besuch wert. Gerade für kurze Spaziergänge und als Rückzugsort kann man dort gut entspannen und die alltäglichen Sorgen hinter sich lassen.
Wer gänzlich ungestört in der Natur verweilen will, sollte von Graal-Müritz aus die Rostocker Heide erkunden. Dorthin gelangt man mit dem Zug in einer halben Stunde und kann zu Fuß das Naturschutzgebiet Ribnitzer Moor besuchen. Die dort vorherrschende schier unberührte Form der Natur strahlt eine unglaubliche Ruhe aus, die einen willkommenen Kontrast zu dem lebendigeren Stadtleben darstellt. Auf idyllischen Holzstegen und weichen Waldwegen lässt sich die Natur hier noch nahezu unberührt erleben und zugleich gut zur Ruhe kommen. Ganz nebenbei handelt es sich hierbei um den größten zusammenhängenden Küstenwald Deutschlands.
Erleben und Ausprobieren
Genug der ganzen Vorschläge. Am Ende ist das Wichtigste, dass man sich trotz des immer stressiger werdenden Semesters bewusst Auszeiten nimmt. Rostock bietet aufgrund seiner günstigen Lage ein breites Spektrum an möglichen Aktivitäten, die dazu noch kostengünstig und meistens gut zu erreichen sind. Denn oft sind es gerade die kleinen, spontanen Auszeiten vom Uni-Alltag, die das Studierendenleben so besonders machen.
