Superposition der Moral – Dorian Blue trifft Schauvorlesung der Physik

Von Julia Görsch und Björn Lindqvist / Fotos: Marco Kirsch

Die Schauvorlesung tritt zum Hochschulinformationstag mit ihrem neuen Stück “Superposition der Moral (und ein Fisch)”, lose inspiriert vom Klassiker “Das Bildnis des Dorian Gray”, auf. Die Hochschulgruppe „Schauvorlesung der Physik“ setzt sich aus Studierenden, Doktorand:innen sowie weiteren Physik- und Theaterinteressierten zusammen. Jedes Jahr erarbeitet sie ein neues, etwa einstündiges Theaterstück mit verschiedenen, vorwiegend physikalischen Experimenten und möchte damit die Begeisterung für Physik weitergeben, indem sie zugänglich und verständlich präsentiert wird.

Wer sind wir? 

Die Schauvorlesung der Physik ist eine Gruppe aus hauptsächlich Studierenden der Physik und anderen Fächern, die gemeinsam mit beeindruckenden Experimenten gespickte Theaterstücke schreiben und aufführen. So bringt die Gruppe seit über 20 Jahren mit viel Begeisterung und Leidenschaft die Faszination der Physik und physikalischer Experimente einem breiten Publikum näher. Dafür machen die Mitglieder alles selbst: Experimente zusammenstellen, Kostüme und Requisiten basteln und sich ein Bühnenbild überlegen. Für die Auftritte gibt es verschiedene Bild-, Ton- und Lichttechnik, um die Szenen zu untermalen. So gibt es viele große sowie kleine Aufgaben und mit vielen Händen entsteht bei jedem Auftritt ein unvergesslicher Moment – für das Publikum und natürlich für alle Mitwirkenden. Dabei können die Mitglieder sich über die Semester hinweg vernetzen, Erfahrungen aus dem Studium untereinander austauschen und außergewöhnliche Experimente kennenlernen sowie selbst durchführen.

Unser neues Stück! 

Was ist die physikalische Natur der Moral? Bleibt sie erhalten, auch wenn Umstände sich ändern? Solche Fragen stellt sich die Schauvorlesung der Physik in ihrer aktuellen Aufführung. Im Zentrum des Stücks steht der junge Dorian Blue: eigentlich ein ganz normaler Typ, aber moralisch etwas wankelmütig – und neuerdings mit Geldproblemen. Sein Onkel Henry sitzt im Kerker und kann nur durch eine horrende Summe von fünf Kilo-Gulden daraus befreit werden. Wie soll man nur schnell an so viel Geld kommen? Es ist ein Dilemma erster Güte, welches durch das manifestierte Engelchen und Teufelchen vollendet wird, die mit Dorian ein moralisches Tauziehen veranstalten.

Sollte man den langen, beschwerlichen Weg ehrlicher Arbeit gehen? Oder ist ein Abend im Spielhaus das Risiko wert, um schnell und leicht an das nötige Geld zu gelangen? Dazu kommt: Bei seinen Bemühungen trifft Dorian auf den enigmatischen Zauberkünstler Basil Ikum – wo sofort die Funken sprühen. Wie soll sich Dorian auf seine Aufgabe konzentrieren, wenn ihm so gehörig der Kopf verdreht wird? Allein das Ende des Stücks wird verraten, ob er aus diesem Labyrinth der Möglichkeiten wieder heraus finden kann…

Wie jedes Jahr wurde die neue Aufführung zum ersten Mal beim Physiktag präsentiert, doch der größte Auftritt stand noch bevor: die Lange Nacht der Wissenschaften, dieses Jahr am 23. April 2026. Mit zwei Vorstellungen an einem Abend hatten die Schauvorlesolos [1] ein volles Programm, doch es hat sich auch dieses Jahr gelohnt.

Der große Hörsaal der Physik war auch zur späten Stunde bis zum Rand gefüllt und das Publikum nahm mit viel Begeisterung und Beifall an Dorians moralischen Schlangenlinien teil. Neben dem Theater sind die Experimente ein wesentlicher Bestandteil der Schauvorlesung. Dazu gehören auch kleinere Versuche wie die Lentikularfolie, mit deren Hilfe sich der Geist Opa Fridebertus unsichtbar machen kann. Der Trick der Folie steckt im Detail: Sie besteht aus vielen kleinen zylindrischen Linsen, die den Hintergrund so verzerren, dass ein Objekt dahinter unsichtbar erscheint.

Opa Fridebertus hat zwar noch einen wichtigen Auftrag zu erledigen, möchte aber nicht, dass sich die Lebenden bei seinem Anblick erschrecken. Daneben gibt es auch größere, spektakuläre Experimente wie die Kaffeeweißerexplosion, die Kinder- (und Erwachsenen-) Augen groß werden lässt. Und während der arme Onkel Henry im Kerker sitzt, erhält er ausschließlich Tiefkühlkost – unter anderem wird ihm eine in -196 °C kaltem flüssigem Stickstoff gekühlte Banane vorgesetzt. Essen lässt sich diese zwar nicht mehr, doch stellt sich hier die Frage, ob es möglich ist, mit ihr einen Nagel in ein Holzbrett zu schlagen! Das Programm bietet für jede:n etwas und auch langjährige Besucher:innen der Schauvorlesung dürfen sich über neue Experimente freuen.

Falls ihr beim Lesen nun neugierig auf die Schauvorlesung geworden seid, uns aber bei der Langen Nacht der Wissenschaften verpasst habt, dann könnt ihr uns mit dem aktuellen Stück noch einmal beim Hochschulinformationstag sehen. Der Auftritt findet am 06. Juni um 15:00 Uhr statt. Wir freuen uns über euren Besuch!

Komm in die Schauvorlesung 😉     

Wer zu neugierig geworden ist, um ausschließlich Zuschauer:in zu bleiben, ist herzlich eingeladen unsere Gruppe zu verstärken! Ein vielfältiges Repertoire und tolle Aufgaben erwarten dich bei uns: Ob Schauspiel, Experimente, Technik oder kreatives Gestalten von Requisiten und Kostümen, hier ist für jede:n etwas dabei. Besondere Fähigkeiten oder Vorkenntnisse brauchst du nicht mitzubringen, wir haben alle klein angefangen und geben unser Wissen und unsere Erfahrungen untereinander weiter. Wenn du mitmachen möchtest oder Fragen hast, melde dich bei uns unter schauvorlesung.physik@uni-rostock.de oder komm einfach nach einem Auftritt zu uns runter auf die Bühne und sprich uns an!

Kommender Auftritt
Hochschulinformationstag
06. Juni 2026 um 15:00 Uhr
“Superposition der Moral (und ein Fisch)”
Hörsaal 1 im Institut für Physik
Albert-Einstein-Straße 24
18059 Rostock

Kontakte
Instagram: svl_physik_rostock
Webseite: https://www.physik.uni-rostock.de/veranstaltungen-aktivitaeten/fuer-alle/die-schauvorlesung/
E-Mail: schauvorlesung.physik@uni-rostock.de

[1] Als Schauvorlesolos bezeichnen sich die Mitglieder der Schauvorlesung genderneutral selbst.

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