Festivals in Zeiten von Corona

Pangea Festival

Von Annabell Kretschmer // Foto von Chantal Hartmann

In diesem Artikel möchte ich von meinen Erfahrungen beim About You Pangea Festival als Helferin hinter den Kulissen und als Festivalbesucherin während der Corona-Pandemie berichten.

Zwei Wochen vor Festivalbeginn kam ich erstmals auf dem Gelände an, um dem Deko-Team unter die Arme zu greifen. Das hieß jeden Tag mit Farbeimer und Pinsel über das Gelände laufen, damit bei der Ankunft der anderen Festivalbesucher:innen alle Stände und Locations farbenfroh strahlen. Auch das Schreiben und Gestalten von Schildern und Wegweisern stand auf meinem Tagesplan und bereits am ersten Tag wusste ich, dass kein Zentimeter meiner Kleidung oder meiner Haut von der Farbe verschont bleiben sollten.

Bei meiner Ankunft auf dem Gelände bekam ich erst mal eine Einweisung und es wurde ein Schnelltest durchgeführt, um jegliche Covid-19-Infektionen ausschließen zu können. Nachdem ich für einige Stunden mit meinem Team zusammengearbeitet hatte, kam dann eine erschütternde Nachricht an. Am Tag vor meiner Ankunft wurde jemand bei den zwei-mal täglichen Schnelltest positiv getestet und dieser war einen Abend in Kontakt mit Personen aus dem Team. Das hieß für uns nicht nur, dass wir uns morgens und abends schnelltesten lassen mussten, sondern auch noch täglich ein PCR für uns anfiel. Glücklicherweise war dann schnell klar, dass sich niemand Weiteres infiziert hatte und wir mussten unsere Arbeit nicht unterbrechen.

Die letzten Tage vor dem Festival wurden die Arbeitstage für alle viel länger, da immer noch jede Menge anstand. Besonders schwierig gestalteten sich unsere Malerarbeiten unter freiem Himmel, da diese Tage sehr regnerisch waren. So kam es auch, dass in der letzten Nacht von allen noch mal eine Nachtschicht eingeschoben wurde und aufgrund eines kleinen Sturms vermehrt Schilder kaputt gegangen sind, die wir erneut neu gestalten sollten. Auch am nächsten Morgen hatten die wenigsten Helfer:innen und Arbeiter:innen das Gefühl, dass das Gelände in wenigen Stunden von Festivalbesucher:innen geflutet werden sollte.

Doch als dann alles fertig war und die Tore geöffnet werden sollten, blieb die Menschenflut erst mal aus. Der Grund dafür war das Testzentrum, denn die waren bei der Masse an Menschen vollkommen überlastet. So kam es, dass viele Festivalbesucher:innen mehrere Stunden in der Warteschlange standen und erst zum späten Abend auf dem Campingplatz ankamen. Die weitere Kommunikation zu den täglichen Schnelltests war eher stockend, da sich auch die Richtlinien und Anweisungen innerhalb kurzer Zeit immer wieder änderten.

Diese Probleme brachten Frustration unter den Festivalbesucher:innen mit sich. Die Veranstalter:innen wussten von diesen Risiken und den möglichen Komplikationen, dennoch haben sie sich dafür entschieden, das Festival mit diesem Hygiene-Konzept stattfinden zu lassen. Ob diese Erschwernisse sich negativ auf die Erlebnisse der Festivalbesucher:innen ausgewirkt haben, hängt von deren persönlichen Erfahrungen ab.

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