„Zeitenwende in der Geschichte Europas“

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Von David Wolf // Fotos von Jonas Müller // Illustration von Rosa Staiger

In Europa herrscht Krieg. Und das schon seit 2014, als Russland die Krim annektierte. Was 2014 geschah, soll hier jedoch nicht Thema sein, denn heute befinden wir uns in einer anderen Situation. Am 24.02. diesen Jahres startete Russland großflächige Angriffe auf die Ukraine. Seitdem sind die Startseiten gängiger Online-Zeitungen beherrscht von Artikeln wie „Deutschland liefert Flugabwehrraketen“[1], „Wer den Ukraine-Krieg im Digitalen führt“[2] oder „Russlands Oligarchen auf der Flucht“[3]. Für Bundeskanzler Scholz markiert der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine eine „Zeitenwende in der Geschichte Europas“[4]. In einer Rede vor dem Europaparlament bat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj um die Hilfe der EU. „Ohne Euch wird die Ukraine alleine sein“, mit diesen Worten forderte er den Eintritt der Ukraine in die EU[5]. Doch können auch wir etwas unternehmen, um Ukrainer:innen zu unterstützen?

Hilfe für Opfer des Kriegs

„Rostock hilft“ spricht sich vor allem für die Unterstützung von Flüchtenden aus. Laut Angaben der UNO Flüchtlingshilfe sind bereits ca. 1,7 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen und schätzungsweise werden noch bis zu 2,3 Millionen folgen[6].  Auf ihrer Internetseite verweist „Rostock hilft“ auf unterschiedliche Möglichkeiten der Unterstützung. Die Sammlung von Wohnungen, um Flüchtende kurz oder mittelfristig unterzubringen, stehe dabei im Vordergrund. Sachspenden seien ebenfalls gern gesehen, jedoch solle dabei auf die Aufrufe über Social Media Kanäle wie Facebook, Instagram, Twitter und Stadtgestalten, geachtet werden.

Doch für Sachspenden gibt es nur begrenzte Kapazitäten. An dieser Stelle kann die Spende eines Geldbetrags weiterhelfen. Sei es psychologische Hilfe, die Lieferung von Arzneimitteln oder die Unterstützung von Soldat:innen, die Liste ist lang. Dafür hat das Magazin KATAPULT den Artikel „Hilfe und helfen“ erstellt. In diesem sind Spendenorganisationen aufgelistet und für welche Art der Hilfe sie sich einsetzen.

Rostock zeigt Solidarität

Neben materiellen Spenden gibt es weitere Wege, Ukrainer:innen zu unterstützen. Auf dem Neuen Markt in Rostock organisiert das deutsch-ukrainische Kulturzentrum jeden Sonntag eine Demonstration. So fanden sich auch am 06.03 um 12 Uhr mehrere hundert Demonstrierende zusammen, um ihre Solidarität mit der Ukraine zu bekunden und für den Frieden einzustehen. Viele Menschen machten sich trotz der Kälte auf den Weg. Sie banden Flaggen der Ukraine um ihre Schultern oder schwangen sie durch die Luft. Ein Kind hielt eine selbstgefertigte, an einem Ast befestigte Friedenstaube aus Papier in der Hand. Auch Transparente wurden in die Höhe gehalten. Auf diesen waren Sprüche zu lesen wie „@Putin, Krieg löst keine Minderwertigkeitskomplexe“ oder „Stop Putin! Stop the War“. Ein älterer Mann hielt ein Plakat mit der Aufschrift, „Meine Stadt, Boridjaka“. Darauf war ein Bild von zwei zerbombten Wohnkomplexen zu sehen.

Wer den Mut dazu aufbringen konnte, bekam die Chance, vor die Menschenmenge zu treten und Gefühle, Sorgen und Ängste mit allen zu teilen. Eine Frau, die sich als Nathalia vorstellte, sprach von ihrer Familie in der Ukraine, von ihrer Mutter, die keine Kraft zum Aufstehen finde. Sie sagte: „Gestern habe ich mich schuldig gefühlt, weil ich hier im sicheren Deutschland sitze, während meine Familie in Lebensgefahr ist“. Eine ehemalige Studentin der Universität Rostock berichtete von ihrem Bruder, der sich der ukrainischen Armee angeschlossen habe. Auch sie sei in den letzten Tagen in der Ukraine gewesen, um ihrem Bruder und den Truppen Schutzhelme und schusssichere Westen zu liefern. Einigen Redner:innen stiegen Tränen in die Augen, während sie ihre Geschichte erzählten. Zwischen den Ausführungen der Menschen wurden ukrainische Lieder gesungen. Zunächst nur sporadisch, doch mit der Zeit fanden sich überall auf dem Neuen Markt Demonstrierende zusammen und stimmten in die Lieder ein. 

Um diese und andere Kundgebungen in Mecklenburg-Vorpommern zu finden, veröffentlicht KATAPULT MV regelmäßig Artikel, in denen die Demonstrationen der nächsten Tage aufgelistet sind.

Zeitenwende Frieden

Quellen:


[1] https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-deutschland-waffenlieferung-101.html

[2] https://www.zdf.de/nachrichten/digitales/cyberkrieg-anonymous-russland-ukraine-krieg-100.html

[3] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/russlands-oligarchen-superreiche-auf-der-flucht-17846548.html

[4] https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/Bundeskanzler-Scholz-Zeitenwende-in-europaeischer-Geschichte,nordmagazin93692.html

[5] https://www.tagesschau.de/ausland/europa/selenskyj-eu-parlament-101.html

[6] https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/aktuelles/live-ticker-ukraine-krise

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